Nachbarschaft 2.0 – Deine Hood online vernetzt

Nachbarschaft

Gerade bekommen Online-Nachbarschaftsnetzwerke in Deutschland ein Momentum – die Anzahl der lokal basierten Netzwerke steigt rasant. Auch ich bin jetzt in einer solchen Vernetzung der Nachbarschaft dabei und halte die Idee für sehr sinnvoll. Hintergründe, meine ersten Erfahrungen und meine Einschätzungen kannst Du hier lesen.

Nachbarschaft – egal wie man dazu steht – macht einen guten und wichtigen Teil unserer sozialen Beziehungen aus. Wo in ländlichen Gegenden die Nachbarschaft neben Vereinen einen weiter hohen Stellenwert hat, scheint die Anonymität der Städte und Zunahme der Single-Haushalte weniger gelebte Nachbarschaft zu bewirken. Dabei sind die Deutschen hilfsbereiter als früher. Mehr lesen

Zweischneidig: Mikro-Gefühlsausdrücke erkennen

Mikro-Gefühlsausdrücke

Gustave Courbert – Le Désespéré

Menschen können gar nicht anders, als ihre Gefühle im Gesichtsausdruck zu zeigen, und sei es auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Das mit dem Bruchteil ist für Mikro-Gefühlsausdrücke wörtlich zu nehmen. Die sieben kulturell unabhängigen Gefühlsausdrücke Freude, Wut, Angst, Trauer, Überraschung, Verachtung und Ekel lassen sich nicht verbergen.

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Das Blinzeln der Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich versprochen, über das Buch „Hirnforschung und Meditation“ von Wolf Singer und Matthieu Richard zu berichten. Nun habe ich mich entschieden, dies nur auszugsweise zu machen. Ich bin in diesem Dialog zwischen einem Neurowissenschaftler und einem buddhistischen Mönch nämlich auf zwei Phänomene gestossen, die mich sehr fasziniert haben und denen ich mit eigenen Erfahrungen nachzugehen versuche. Das eine, über das ich hier schreibe, nennt sich „attentional blink“, auf Deutsch: Das Blinzeln der Aufmerksamkeit. Mehr lesen

Demut – was schwach scheint, ist eine Tugend

Es gibt Wörter mit verschiedenen Bedeutungen, es gibt Wörter, bei denen ist die Bedeutung im Wandel. Demut ist so ein Wort, auf das beides zutrifft. Abstammen tut das Wort vom althochdeutschen diomuoti, was die Dienstwilligkeit eines Knechts umschreibt. Bei den alten Griechen und Römern war sie die wenig geachtete Eigenschaft eines Sklaven. Und „sich demütigen lassen“ will niemand – auch ich nicht. In unseren Ego-Zeiten ist aber die aktive Form von Demut eine wiederentdeckte Tugend. Die Philosophen sprechen von der Seinsdemut als einer Grundhaltung des echten Philosophen vor der Wirklichkeit (Philosophisches Wörterbuch, Kröner Verlag). Die einfachste Definition lautet „das Anerkennen einer höheren Macht“. Erich Fromm liefert eine psychologische Auslegung, nach der Demut die emotionale Entsprechung der Vernunft und Objektivität bei der Überwindung des Narzissmus ist. Und für Albert Schweizer ist es die Kunst, auch zu den kleinsten Dingen aufschauen zu können. Demut als Haltung. Dazu auch dieses Zitat:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken. (Matthieu Ricard)

Ich bin überzeugt, dass viele Menschen, die heute Nachhaltigkeit leben und kommende Generationen wie auch die Natur nicht berauben wollen, die versuchen, achtsamer mit anderen und mit sich umzugehen, die erkennen wollen, welche wichtigen Werte Orientierung im Leben schaffen, Demut bereits leben, auch wenn sie sie nicht so benennen.

Die Demut des Herzens verlangt nicht, dass du dich demütigen, sondern dass du dich öffnen sollst. Das ist der Schlüssel des Austausches. Nur dann kannst du geben und empfangen. (Antoine de Saint-Exupéry)

Literaturtipp:
Matthieu Ricard – Glück
Der ehemalige Molekularbiologe und heutige buddhistische Mönch zeigt den Weg, durch Demut Glück zu empfinden.

Zugang zu Wasser – ein Menschenrecht – soll kommerzialisiert werden

(Aktualisierung 31.8.2013: Erfolg der Petition! Die Privatisierung der Wasserversorgung ist vom Tisch. Die Passage wurde aus der EU-Richtline gestrichen.)

Seit Jahren schon zeigen Großkonzerne wie Nestlé unverhohlen Interesse an Trinkwasserresourcen und versuchen daraus einen kommerziellen Markt aufzubauen. Zu befürchten sind dabei regionale Monopolisten wie bei den Stromversorgern und die kommerzielle Ausbeutung eines Grundrecht-Guts. Nun haben augenscheinlich die Lobbyisten bei der EU ganze Arbeit geleistet, denn die EU-Kommision plant in einer unscheinbaren Richtlinie die allgemeine Marktöffnung bei der Wasserversorgung. Ich kriege da einen Hals, wenn Großkonzerne auf ein Allgemeingut Zugriff bekommen, das für meine Begriffe nicht Besitz sein kann. Außerdem sehe ich zumindest in Europa überhaupt keinen Handlungsbedarf. Selbst finanziell klamme Kommunen sollten sich nicht von der Wasserversorgung trennen und mit einer Privatisierung ist nur den Konzernen gedient.

Zwar ist diese Richtlinie schon verabschiedet, aber noch bis zum 01. September kann die EU-Kommision durch eine Petition noch zum Einlenken gebracht werden. Sie wurde durch die Initiative „Wasser ist ein Menschenrecht!“ auf die Wege gebracht und kann via diesem Link online unterzeichnet werden:

www.right2water.eu

Die Ziele der Petition:

1. Wasser und sanitäre Grundversorgung als Garantie für alle Menschen in Europa

2. Keine Liberalisierung der Wasserwirtschaft

3. Verbesserung des Zugangs zu Wasser und sanitärer Grundversorgung weltweit

Hier noch ein Beitrag des TV-Magazins Monitor zum Thema: