EU will E-Zigarette durch Regulierung und Redeverbot vom Markt fegen

Ich bin seit einiger Zeit Nichtraucher. Das ist mir mit E-Zigaretten gelungen, die nicht geraucht, sondern gedampft werden. E-Zigaretten bestehen aus einem Akku und einem Träger mit Verdampfereinheit und Behältnis für die zu verdampfende Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit wird vernebelt, ähnlich wie bei einer Disko-Nebelmaschine. Die Flüssigkeit ist frei von Feststoffen (Partikel), besteht aus lebensmittelrechtlich zugelassenen Bestandteilen und Aromen und kann (muss aber nicht) Nikotin enthalten. Beim E-Dampfen entstehen keine Verbrennungsprodukte. Leider gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung eine Art Verzerrung, was die Gesundheitsschädlichkeit von Tabakzigaretten und E-Zigaretten betrifft.
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Das Geschenk der Enttäuschung

Enttäuschung

Titi Paun – Desillusion
artmajeur.com/titip

Enttäuschung ist kein schönes Gefühl. Der eine hatte eigentlich erwartet, dieses Jahr Weihnachtsgeld zu erhalten, jemand anders ist einfach enttäuscht, weil der doppelt so teure Kaffee nicht doppelt so gut schmeckt. Die großen Enttäuschungen klingen dramatischer: Da hat man zehn Jahre auf etwas Großes hingearbeitet und muss sich davon abwenden, weil die jetzige Situation einfach eine andere ist. Das angesparte Geld wurde durch die Wirtschaftskrise entwertet. Der Partner hat sich anders orientiert. Nach zwei Jahren Training schaffe ich noch immer keinen Halbmarathon.

Enttäuschung ist das Gefühl des Unbefriedigten, weil Erwartungen und Hoffnungen sich nicht erfüllen. Mehr lesen

Umzug

So viel Wechsel im Leben – und dann komme ich ausgerechnet mit diesem Blog nicht dazu, darüber zu schreiben. Falsch, stimmt so nicht. Sagen wir mal so: die Prioritäten waren anders. Jedenfalls bin ich umgezogen, ich habe wieder eine eigene Wohnung, ein neues Umfeld, andere Aufgaben, eine neue Ausrichtung. Umzug also, hier in Rückblenden:
Wohnung finden
Es war wohl meine Beharrlichkeit, die mich zu meiner neuen Wohnung führte. In einer neuen Stadt, für knapp 30 Stunden, mit sieben festen Besichtigungsterminen und einem in Dauerbenutzung befindlichen Smartphone. An einer Tür klingele ich zu einem Termin vergebens, und nach einem Kaffee zusammen mit meiner mich durch die Stadt fahrenden ortsansässigen Begleiterin, etwa später nochmals vergebens. Eigentlich habe ich schon eine Zusage in der Tasche, aber ich rede freundlich auf den Anrufbeantworter des Kontakts, den Vormietern. Später am Abend kann ich einen neuen Termin für den nächsten Vormittag ausmachen. Das führt dazu, die Vermieterin bei der Besichtigung anzutreffen, die mit mir praktisch sofort einig wird. Am Vortag wäre ich durch den Filter der Vormieter gefallen, weil ich ihre Einbauküche nicht übernehmen wollte.
Einzug, stückweise
Der Einzug der Dinge erstreckt sich über einige Wochen. Vor mir kommen Kartons, ein Bett und eine Matratze an, am Tag meines Einzugs noch ein Tisch und Stühle. Der Rest kommt stückweise, schließlich auch meine letzten eingelagerten Sachen. Mit dem Nötigen fühle ich mich schon in den ersten Tagen ganz gut, später fange ich an, abzuwägen, welche Dinge wirklich wichtig sind und welche Ballast. Und von letzteren habe ich doch noch mehr als ich dachte. Wieso zum Henker schleppe ich eigentlich noch Kabel und Adapter mit, die ich schon vor zehn Jahren nicht mehr benötigte? So etwa 30 alte LPs, seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr abgespielt, haben die Zeitläufe auch noch nicht von mir getrennt. Vor ein paar Wochen kam ich auf den Gedanken, wieviele unbenutzte Dinge man eigentlich so ansammelt. Bei mir gibt es von Acrylfarbenflaschen bis Zahnpastatuben geschätzt 2600 Dinge in der Wohnung – und ich habe vergleichsweise wenig. Laut Ebay, die nicht ganz uneigennützig regelmäßig Statistiken (verkäuflicher) nicht in Gebrauch befindlicher Dinge veröffentlichen, waren 2011 pro Haushalt im Schnitt knapp 40 nicht (mehr) genutzter Gebrauchsgegenstände von Wert im deutschen Durchschnittshaushalt. Die Anzahl ungenutzter wertloser Gegenstände liegt weit darüber. Und davon habe ich nun sicher über zweihundert mit umgezogen.
Unverständnis
Zwei Wochen nach meinem Einzug sitze ich auf dem Rückweg von der Arbeit auf dem Beifahrersitz in Simones Auto. Sie kann, erzählt sie mir, gar nicht nachvollziehen, wie man alleine in eine fremde Stadt ziehen kann, in der man niemand kennt. Sie ist seit ihrer Kindheit etwa 300 Meter weggekommen von ihrem Elternhaus und hat nach zwei Tagen Urlaub woanders Anflüge von Heimweh.
Heimat?
In meiner letzten Wohnung war ich an die 16 Jahre, unterbrochen durch viele kurze Auslandsaufenthalte und eine längere Weltreise. Als Student zog ich dort ein, als Post-Karrierist aus. Sicher habe ich mich dort heimisch gefühlt, aber von heute aus betrachte ich es nicht als meine alte womöglich verlorene oder aufgegebene Heimat. Jetzt fühle ich mich in meiner jetzigen Wohnung wohl und heimisch – würde ich aber in sagen wir fünf Jahren in einer anderen Stadt an mein jetziges Leben zurückblicken, würde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch hier, wo ich jetzt bin, keine Heimat verorten. Ich glaube nicht, dass Heimat für mich ein Sehnsuchtsort ist. Eher, um mit Cicero zu sprechen: „Pares cum paribus facillime congregantur“ – Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt.
Begegnungen
Gestern habe ich durchgezählt: ich habe in meinem Wohnumfeld vier Kontakte, in der neuen Firma elf, durch mein Kunstinteresse immerhin schon zwei und durch meine nennen wir es Psychohygienegruppe vielleicht vier weitere nennenswerte Kontakte. Nächste Woche lerne ich Menschen aus der örtlichen Sangha kennen. Schon mal ein Anfang.
Hilfe
Ohne Hilfe anderer Menschen wäre ich nicht dahin gekommen, wo ich jetzt bin. Und das erfüllt mich mit einem wirklich positivem Gefühl: große Dankbarkeit.

Demut – was schwach scheint, ist eine Tugend

Es gibt Wörter mit verschiedenen Bedeutungen, es gibt Wörter, bei denen ist die Bedeutung im Wandel. Demut ist so ein Wort, auf das beides zutrifft. Abstammen tut das Wort vom althochdeutschen diomuoti, was die Dienstwilligkeit eines Knechts umschreibt. Bei den alten Griechen und Römern war sie die wenig geachtete Eigenschaft eines Sklaven. Und „sich demütigen lassen“ will niemand – auch ich nicht. In unseren Ego-Zeiten ist aber die aktive Form von Demut eine wiederentdeckte Tugend. Die Philosophen sprechen von der Seinsdemut als einer Grundhaltung des echten Philosophen vor der Wirklichkeit (Philosophisches Wörterbuch, Kröner Verlag). Die einfachste Definition lautet „das Anerkennen einer höheren Macht“. Erich Fromm liefert eine psychologische Auslegung, nach der Demut die emotionale Entsprechung der Vernunft und Objektivität bei der Überwindung des Narzissmus ist. Und für Albert Schweizer ist es die Kunst, auch zu den kleinsten Dingen aufschauen zu können. Demut als Haltung. Dazu auch dieses Zitat:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken. (Matthieu Ricard)

Ich bin überzeugt, dass viele Menschen, die heute Nachhaltigkeit leben und kommende Generationen wie auch die Natur nicht berauben wollen, die versuchen, achtsamer mit anderen und mit sich umzugehen, die erkennen wollen, welche wichtigen Werte Orientierung im Leben schaffen, Demut bereits leben, auch wenn sie sie nicht so benennen.

Die Demut des Herzens verlangt nicht, dass du dich demütigen, sondern dass du dich öffnen sollst. Das ist der Schlüssel des Austausches. Nur dann kannst du geben und empfangen. (Antoine de Saint-Exupéry)

Literaturtipp:
Matthieu Ricard – Glück
Der ehemalige Molekularbiologe und heutige buddhistische Mönch zeigt den Weg, durch Demut Glück zu empfinden.

Buchtipp: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Am 11. März erscheint ein Buch nun auch in deutscher Ausgabe, das ich euch wirklich empfehlen will. Die Autorin Bronnie Ware berichtet in „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden“ über ihre Erfahrungen als Pallativpflegerin und ihren eigenen spirituellen Weg, der sehr von den Einsichten, Reuen und Wünschen ihrer Patientinnen und Patienten geprägt wurde. Interessant finde ich ihre Beobachtung, dass man in den letzten Tagen seiner jetzigen Existenz noch einmal einen großen Wachstums erfährt. Und ich meine, jeder spürt das besondere Gewicht von ab-schließenden Gedanken und Sätzen. Manche, die Bronnie begleitete, bereuten nichts und schieden mit einem Lächeln auf den Lippen. Wer aber bedauerte, versäumt zu haben, äußerte häufig diese fünf Dinge:

  • Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, ein Leben für mich zu leben und nicht nur das Leben, das andere von mir erwarteten.
  • Ich wünschte, ich hätte nicht soviel gearbeitet.
  • Ich wünschte, ich hätte mich getraut, meine Gefühle zu zeigen.
  • Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden besser aufrecht erhalten.
  • Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu leben.

Als ich selber meinem Leben eine andere Richtung gab, waren dies fünf wesentliche Punkte und sind nun wichtige Ziele auf meinem weiteren Weg. Ich wünsche vielen Menschen, diese fünf Sätze nicht zu spät zu beherzigen.

Life is a choice. It is YOUR life. Choose consciously, choose wisely, choose honestly. Choose happiness.

Bronnie Ware lebt heute als Sängerin und Songwriterin, gibt Online-Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung und schreibt im Blog Inspiration and Chai.

Literaturtipp:
Bronnie Ware – 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden