Kontowechsel nachhaltig gedacht

Kontowechsel

Mit 18. September 2016 gilt das neue Zahlungskontengesetz (ZKG), um eine EU-Richtline umzusetzen und den Bankkunden den Kontowechsel zu erleichtern. Viele wollen schon lange wechseln, doch die meisten scheuen den Aufwand. Nach dem jetzt eingeführten ZKG verliert der Aufwand an Schrecken. Doch wohin wechseln?

Wer sich einmal für eine Bank entschieden hat, bleibt ihr im Vergleich zu anderen Vertragsbeziehungen unglaublich lange treu. Ein Geschäftsmodell, von dem Zeitungsverleger für ihren Umsatzgaranten Abonnement nur träumen können. Mehr lesen

Ein Atlas der Gefühle

Gefühle

In Gruppentherapien ist es eine weitverbreitete Technik, die Teilnehmer dazu zu bringen, ihre Gefühle zu benennen. Ein einfaches „Ich fühle mich gut“ oder „Alles ok“ reicht da nicht als Antwort. Und fast immer werden bei den Patienten Widerstände zu Tage treten. Und ich behaupte, nicht nur den „Therapiebedürftigen“, sondern der Mehrheit von uns geht es so.

Zwei Dinge sind dabei zu unterscheiden: Wie gut kann ich meine Gefühle wahrnehmen? Und wie gut kann ich meine Gefühle benennen oder ausdrücken?
Das erste, die Wahrnehmung, ist etwas ganz Natürliches. Nur gibt es aber viele Mechanismen, die Wahrnehmung seiner Gefühle zu unterdrücken, Bewusstseins-Filter dafür aufzubauen, oder zu versuchen, sie zu ignorieren. Aber sie sind da (immer!), diese Gefühle, sie lassen sich nicht beiseite schieben, und sie bewirken etwas. Mehr lesen

Nachbarschaft 2.0 – Deine Hood online vernetzt

Nachbarschaft

Gerade bekommen Online-Nachbarschaftsnetzwerke in Deutschland ein Momentum – die Anzahl der lokal basierten Netzwerke steigt rasant. Auch ich bin jetzt in einer solchen Vernetzung der Nachbarschaft dabei und halte die Idee für sehr sinnvoll. Hintergründe, meine ersten Erfahrungen und meine Einschätzungen kannst Du hier lesen.

Nachbarschaft – egal wie man dazu steht – macht einen guten und wichtigen Teil unserer sozialen Beziehungen aus. Wo in ländlichen Gegenden die Nachbarschaft neben Vereinen einen weiter hohen Stellenwert hat, scheint die Anonymität der Städte und Zunahme der Single-Haushalte weniger gelebte Nachbarschaft zu bewirken. Dabei sind die Deutschen hilfsbereiter als früher. Mehr lesen

Wenn Buddhismus kein Ismus ist, ist ein Buddhist dann auch kein Buddhist?

Buddhismus

Mit dem Wesen von Worten – das, was ihnen innewohnt – beschäftige ich mich immer ausführlicher. So liegt es auf der Hand, dass ich mich spätestens mit meiner Annäherung an die buddhistischen Lehren und Praktiken mit dem Wort Buddhismus und seiner Personenform Buddhistin / Buddhist auseinandersetze. Ich bin doch mein (halbwegs) bewusstes Leben lang vorsichtig, skeptisch oder auch mal ablehnend gegenüber allem mit -ismus und den den damit verbundenen Dogmen gewesen.

Nun aber praktiziere ich Buddh-ismus, nehme Zuflucht zu den drei Juwelen, zum Buddha, dem Dharma und Sangha. Man kann mir also das Etikett Buddhist anhängen. Bin ich nun nicht doch in einen Ismus geraten? Das wird jeder Buddhist aufrichtig verneinen. Buddhismus ist kein Ismus.

Ismen dienen dazu, sich mit etwas zu identifizieren oder sich von etwas abzugrenzen, eine Anhaftung oder Ablehnung will mit buddhistischem Lehrverständnis aber nicht zusammengehen. Zumal auch die Aufforderung des Buddha, zu hinterfragen, was dein Lehrer sagt, mit einem Ismus nicht zusammenpasst.

Selbst als neutraler Begriff ist ein Ismus auch noch in diesem Sinne zu verstehen: Anachronismus wäre so ein Wort, die Abgrenzung dabei ist „von gestern und nicht von heute“. Mindestens dualistisch abgrenzend sind selbst Wörter wie Optimismus. Im religiösen Kontext ist ein -ismus schon mit (Kirchen)Dogmen besetzt: zum Beispiel Katholizismus. Und mit den dogmatischen Ismen wird es oft schlimm: Rassismus, Sexismus, Fundamentalismus.

Wie also kann ich mich bezeichnen, wissend darum, dass Wörter immer nur Begrifflichkeiten sind und damit Krücken, die nur um-schreiben können? Bis jetzt kann ich mich noch am besten mit Buddha-iker anfreunden; ein Begriff in Anlehnung an antike Geistesschulen. Die Anhänger der Philosophie von Platon – ein Mensch – sind keine Platonisten, sondern Platoniker. Die Anhänger der Lehren von Buddha – ein Mensch – sind … Buddhaiker.

Mir sagt auch der Praxisbezug in der Wortschöpfung Buddhaiker zu. Der Buddhismus wird praktiziert, gelebt. Ach ja, das steckt ja auch im Wort Praktiker. Davon ausgehend käme ich zu praktizieren und analog buddhaizieren… Und Buddhismus wäre dann Buddhaik wie Praktik?

Ich sehe ein, ein begriffsholpriger Irrweg. (Ich habe auch nach „Buddhaiker“ in Bing und Google gesucht: Null sinnvolle Treffer.) Deswegen, und letzlich weil es auch nur ein Etikett ist, werde ich diese Wortschöpfung nur still und leise für mich denken: Buddhaiker.