Rilke schaut den Buddha an

Links: Portrait Rainer Maria Rilke von Paula Modersohn-Becker, 1906 – Rechts: Buddha-Amithaba-Statue

Mit Rainer Maria Rilkes Werk habe ich mich die vergangenen Jahrzehnte meines bisherigen Lebens kaum beschäftigt. Eine dunkle Erinnerung an die Schulzeit, und ein paar nebenher gehörte Vertonungen einiger seiner Gedichte, das war es dann auch schon. Obwohl ich eine ausgesprochene Leseratte bin – Gedichte lagen mir nicht. Oder besser gesagt, ich hatte dafür keine Rezeptivität. Seit ich praktizierender Buddhist bin, hat sich mein Verhältnis zur Lyrik jedoch gründlich geändert.

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Blog den Welttag: Ich verlose endlich Kokain

(Verlosung beendet)

So, das war jetzt zu verlockend, das e in endlich in der Titelzeile klein zu schreiben. Denn es muss heißen „Endlich Kokain“. So lautet der Titel des frisch reingeschneiten Buchs von Joachim Lottmann, dem – wer hat´s erfunden – Popliteratur-Autoren. Der das Talent hat, Bücher in die Welt zu setzen, die erst nach 81 Verrissen (Zählung des Autoren zu „Mai, Juni, Juli“) von einsichtigen Redakteuren geadelt werden. Ein Mann, der den langen Atem gelernt hat. Mehr lesen

Zweischneidig: Mikro-Gefühlsausdrücke erkennen

Mikro-Gefühlsausdrücke

Gustave Courbert – Le Désespéré

Menschen können gar nicht anders, als ihre Gefühle im Gesichtsausdruck zu zeigen, und sei es auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Das mit dem Bruchteil ist für Mikro-Gefühlsausdrücke wörtlich zu nehmen. Die sieben kulturell unabhängigen Gefühlsausdrücke Freude, Wut, Angst, Trauer, Überraschung, Verachtung und Ekel lassen sich nicht verbergen.

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Wenn Buddhismus kein Ismus ist, ist ein Buddhist dann auch kein Buddhist?

Buddhismus

Mit dem Wesen von Worten – das, was ihnen innewohnt – beschäftige ich mich immer ausführlicher. So liegt es auf der Hand, dass ich mich spätestens mit meiner Annäherung an die buddhistischen Lehren und Praktiken mit dem Wort Buddhismus und seiner Personenform Buddhistin / Buddhist auseinandersetze. Ich bin doch mein (halbwegs) bewusstes Leben lang vorsichtig, skeptisch oder auch mal ablehnend gegenüber allem mit -ismus und den den damit verbundenen Dogmen gewesen.

Nun aber praktiziere ich Buddh-ismus, nehme Zuflucht zu den drei Juwelen, zum Buddha, dem Dharma und Sangha. Man kann mir also das Etikett Buddhist anhängen. Bin ich nun nicht doch in einen Ismus geraten? Das wird jeder Buddhist aufrichtig verneinen. Buddhismus ist kein Ismus.

Ismen dienen dazu, sich mit etwas zu identifizieren oder sich von etwas abzugrenzen, eine Anhaftung oder Ablehnung will mit buddhistischem Lehrverständnis aber nicht zusammengehen. Zumal auch die Aufforderung des Buddha, zu hinterfragen, was dein Lehrer sagt, mit einem Ismus nicht zusammenpasst.

Selbst als neutraler Begriff ist ein Ismus auch noch in diesem Sinne zu verstehen: Anachronismus wäre so ein Wort, die Abgrenzung dabei ist „von gestern und nicht von heute“. Mindestens dualistisch abgrenzend sind selbst Wörter wie Optimismus. Im religiösen Kontext ist ein -ismus schon mit (Kirchen)Dogmen besetzt: zum Beispiel Katholizismus. Und mit den dogmatischen Ismen wird es oft schlimm: Rassismus, Sexismus, Fundamentalismus.

Wie also kann ich mich bezeichnen, wissend darum, dass Wörter immer nur Begrifflichkeiten sind und damit Krücken, die nur um-schreiben können? Bis jetzt kann ich mich noch am besten mit Buddha-iker anfreunden; ein Begriff in Anlehnung an antike Geistesschulen. Die Anhänger der Philosophie von Platon – ein Mensch – sind keine Platonisten, sondern Platoniker. Die Anhänger der Lehren von Buddha – ein Mensch – sind … Buddhaiker.

Mir sagt auch der Praxisbezug in der Wortschöpfung Buddhaiker zu. Der Buddhismus wird praktiziert, gelebt. Ach ja, das steckt ja auch im Wort Praktiker. Davon ausgehend käme ich zu praktizieren und analog buddhaizieren… Und Buddhismus wäre dann Buddhaik wie Praktik?

Ich sehe ein, ein begriffsholpriger Irrweg. (Ich habe auch nach „Buddhaiker“ in Bing und Google gesucht: Null sinnvolle Treffer.) Deswegen, und letzlich weil es auch nur ein Etikett ist, werde ich diese Wortschöpfung nur still und leise für mich denken: Buddhaiker.

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