Kontowechsel nachhaltig gedacht

Kontowechsel

Mit 18. September 2016 gilt das neue Zahlungskontengesetz (ZKG), um eine EU-Richtline umzusetzen und den Bankkunden den Kontowechsel zu erleichtern. Viele wollen schon lange wechseln, doch die meisten scheuen den Aufwand. Nach dem jetzt eingeführten ZKG verliert der Aufwand an Schrecken. Doch wohin wechseln?

Wer sich einmal für eine Bank entschieden hat, bleibt ihr im Vergleich zu anderen Vertragsbeziehungen unglaublich lange treu. Ein Geschäftsmodell, von dem Zeitungsverleger für ihren Umsatzgaranten Abonnement nur träumen können. Mehr lesen

Etched in my memory: Das ikonische Antikriegsbild, das Facebook zensierte

Zensur

Eigentlich wollte ich hier kein einziges der allgemein bekannten Antikriegsbilder besprechen. Das ich es nun dennoch tue, daran ist Facebook Schuld. Für mich geht es dabei um reine Zensur, ausgeübt von der größten sozialen Plattform im Internet und damit auch dem de facto global größten Publisher.

Bekannt geworden ist diese Zensur durch das eigenmächtige Löschen dieses ikonischen Bilds durch Facebook, nachdem es die größte norwegische Tageszeitung Aftenposten auf ihrem Facebook-Kanal veröffentlicht hat. Doch es wurde auch schon zuvor zensiert. Mehr lesen

Ein Atlas der Gefühle

Gefühle

In Gruppentherapien ist es eine weitverbreitete Technik, die Teilnehmer dazu zu bringen, ihre Gefühle zu benennen. Ein einfaches „Ich fühle mich gut“ oder „Alles ok“ reicht da nicht als Antwort. Und fast immer werden bei den Patienten Widerstände zu Tage treten. Und ich behaupte, nicht nur den „Therapiebedürftigen“, sondern der Mehrheit von uns geht es so.

Zwei Dinge sind dabei zu unterscheiden: Wie gut kann ich meine Gefühle wahrnehmen? Und wie gut kann ich meine Gefühle benennen oder ausdrücken?
Das erste, die Wahrnehmung, ist etwas ganz Natürliches. Nur gibt es aber viele Mechanismen, die Wahrnehmung seiner Gefühle zu unterdrücken, Bewusstseins-Filter dafür aufzubauen, oder zu versuchen, sie zu ignorieren. Aber sie sind da (immer!), diese Gefühle, sie lassen sich nicht beiseite schieben, und sie bewirken etwas. Mehr lesen

Statt Bildfilter: Neuronale Netze machen Kunst

Bildfilter

Neue Computing-Techniken in der Bildverarbeitung faszinieren gerade Unmassen von Smartphone-Besitzern. Neben dem aktuellen Hype um Pocémon Go, der wohl erste massentauglichen Augmented-Reality-Anwendung, hat auch die aus Russland stammende App Prisma für Aufsehen gesorgt. Die macht per Artificial Intelligence (AI) aus Handy-Fotos wirklich ansehnliche Kunstwerke. Wie das geht und aussieht, welche Technik dahinter steckt und welche Alternativen es zu Prisma gibt, beschreibe ich in diesem Artikel. Mehr lesen

Etched in my memory: Der Leuchtturmwärter

Leuchtturmwärter

(©) Jean Guichard – La Jument

Die obige Aufnahme dürfte sehr geläufig sein, schließlich hat der Fotograf Jean Guichard damit seine bekannteste Fotografie gemacht und dafür den zweiten Platz des World Photo Press Awards belegt. Die Idee, über dieses Foto zu schreiben, kam mir, als ich meinen Feed auf Instagram betrachtete. Ein anderes Bild war der trigger, der Guichards ikonische Aufnahme wieder in meinem Gedächtnis aktivierte (an den trigger selber kann ich mich nicht mehr erinnern).

Die Geschichte zum Bild

Am 21. Dezember 1989 besteigt Jean Guichard einen Helikopter für einen Fotografieflug vor die bretonische Küste. Guichard hat einige Zeit vorher angefangen, Leuchttürme zu fotografieren; er will einen Bildband darüber herausbringen. Am äußersten westlichen Ende der Bretagne, noch vor der Insel Ouessant, steht auf einer Klippe der Leuchtturm Phare de la Jument. Dies ist der Ort, den der Pilot ansteuert.

Ein Sturm ist an diesem Tag kurz vor Weihnachten aufgekommen und Brecher überspülen bereits das Fundament des Leuchtturms. Für den Leuchtturmwärter Theodore Malgorn und seinem Kollegen, mit dem er Dienst hat, ist das nichts Ungewöhnliches – solche Stürme und deren Gefahr für die Schifffahrt haben den Bau dieses Leuchtturms im Jahr 1904 mit veranlasst. Bei Stürmen bleiben die Leuchtturmwärter gelassen im Turm, um diese Jahreszeit kommt das öfters vor.

Ein Geräusch veranlasst Malgorn jedoch zur Tür hinauszutreten: der Hubschrauber mit Guichard an Bord nähert sich. Während Malgorn zum Hubschrauber blickt, umfasst eine besonders große Welle die Klippe mit dem Leuchtturm, bricht sich und droht einen Sekundenbruchteil später Malgorn mitzureißen. Das ist der Moment, in dem Guichard seine berühmte Aufnahme macht.

Dieses Sinnbild für die Macht der Natur hat Guichard also selbst verursacht, weil er sich mit seinem Hubschrauber dem Phare de la Jument näherte. Für den Leuchtturmwärter Malgorn ging die Sache gut aus, gerade noch rechtzeitig konnte er von innen die Türe schließen. Natürlich hat Guichard nicht nur einmal auf den Auslöser gedrückt. Beim Anflug auf La Jument entstand eine ganze Serie, die ich hier als Diashow eingesetzt habe:

[Best_Wordpress_Gallery id=“1″ gal_title=“La Jument – die Bildserie“]

Sechs Aufnahmen der Serie zu La Jument

Bilder im Kopf

Es heißt ja, dass alle Erinnerungen, die es in unser Langzeitgedächtnis geschafft haben, wie auf einer Spule in unserem Gehirn gespeichert sind und es nur einen Reiz an der richtigen Stelle benötigt, um eine spezielle Erinnerung wieder zu aktivieren. Belegt ist auch ein Bezug zwischen der Erinnerung und einer Emotion, wobei man die Erinnerung später mit einer anderen Emotion belegen kann als ursprünglich. Und Erinnern verdrängt andere Erinnerungen. Das war wahrscheinlich bei mir so der Fall, als ich das auslösende Bild im Instagram-Feed sah.

Offizielle Website von Jean Guichard, und die Aufnahme dort.

Zm Abschluss möchte ich zwei Links zum Thema Erinnern empfehlen:

dasgehirn.info ist eine sehr spannende Reise in das Gehirn (hier alle Artikel zum Thema Erinnern)

Artikel der Zeit über absichtliches Vergessen (etwas älter, aber sehr lesenswert)


Etched in my memory – bisher erschienen:

Der Leuchtturmwärter

Das ikonische Antikriegsbild, das Facebook zensierte